Geschichte
"Wer kennt sie
nicht, die alten Hansekoggen, diese beflügelten mit schwerfälliger Anmut
malerisch gestalteten alten Eroberer der Meere?", fragt Wilhelm Scharrelmann,
der Erdenker der "KOGGE", und erläutert den Namensvorschlag Ludwig Bätes für
diesen im Herbst 1924 in Bremen gegründeten Zusammenschluss befreundeter
norddeutscher Schriftsteller: "Mit aufgeblähten Segeln (...) aufgereckten
Masten (...). Ihre einzige Fracht scheint heute die Hoffnung, ihr Ziel die
unbeschränkte Weite der blauen Meere in der Welt des Geistes zu sein."
Bäte erinnerte sich an die Gründung in den "Ratsstuben": "Wir wollten (...)
nur ein von Zeit zu Zeit sich freundschaftlich begegnender Kreis sein; die
Öffentlichkeit sollte ausgeschlossen bleiben. (...) Wilhelm Scharrelmann
wurde zum Steuermann des bald fröhlich segelnden Schiffes gewählt und blieb
es bis zum Ende der Fahrt 1934."
Wer war jenes "wir"? Mit Scharrelmann und Bäte saßen da Manfred Hausmann,
Hans Friedrich Blunck, August Hinrichs, Carl Lange, Karl Lagenfeld und
andere, ihre Heimatstädte waren Bremen, Hamburg, Oldenburg, Kiel, Danzig,
Münster und Osnabrück. Später kamen hinzu: Hans Franck, Berend de Vries,
Rudolf Alexander Schröder, Alma Rogge und Agnes Miegel mit
weiteren Wohnorten Schwerin, Emden und Königsberg. Aber die Hansestadt Bremen war in jenen Anfangsjahren am häufigsten vertreten und bildete das Zentrum der "KOGGE", bis Scharrelmann von 1933 an die Freunde einfach nicht mehr zusammenrief, weil er "einer 'Gleichschaltung' und politischen Ausdeutung des 'KOGGE'-Gedankens entgehen wollte".
In der zeit
des Nationalsozialismus musste die Autorenvereinigung sich auflösen.
Kein Wunder, dass nach der Neugründung der 'KOGGE' 1953, die ganz wesentlich
auch von Josef Winckler gemeinsam mit Ludwig Bäter betrieben wurde, in der alten
Hansestadt Minden unter Hinzuwahl von niederländischen, belgischen und
anderen Autoren schon im Jahr 1962 die Mitglieder neben der jährlichen
Haupttagung in Minden weitere Nebentagungen in Bremen, Harpstedt und
Delmenhorst verlangten.